susconEnde November nahm ich  an der zweitätigen Konferenz SusCon zum Thema Green Economy in Bonn im World Conference Center teil. Mehr als 450 Teilnehmer aus 37 Ländern kamen zusammen. Ziel und Zweck der Konferenz war, Maßnahmen für den globalen Ressourcenschutz und zukünftiges Konsumverhalten vorzustellen und in Sessions weiterzudenken. Dazu waren Wissenschaftler, Vertreter aus der Wirtschaft, Politik und NGO´s geladen. Green Economy ist zur Zeit in aller Munde, besonders seit dem UN Gipfel Rio20+. Umweltverbände berichteten von einem kolossalen Scheitern, Politiker sahen dagegen Fortschritte. Der Begriff Green Economy, basiert auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz.  Dabei ist Sustainability bereits zum Buzzword avanciert, zu inflationär erfolgt die Verwendung und zu unpräzise und schwammig ist die Definition über die damit verbundene Inhalte und Standards.  Janez Potocnik, EU-Umweltkomissar bestätigt, dass Green Economy in der globalen Agenda verankert ist. Während Rio20+ wurden zwar nicht die erhoffte Ergebnisse erzielt. Der Handlungsbedarf und erforderliche Übergang zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen wurde jedoch unter allen Teilnehmern anerkannt. Die Initiatoren der SusCon wollen mit ihrer Konferenz Theorien lebendig machen und zur Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, NGO und Konsumenten anregen.

Soil & Soul

Die Konferenz wurde mit einer Videobotschaft von seiner königlichen Hoheit (HRH) Prinz of Wales eröffnet. Es ist bekannt, dass Prinz Charles sich bereits seit den 70iger Jahren für Nachhaltigkeit und Naturschutz einsetzt. Einflussreiche Organisation die organischen Ackerbau und Naturschutz fördern, z.B. the International Sustainability Unit (ISU) , stehen unter dem Patronat und dem kontinuierlichen Engagement des Prinzen. Philosophisch meinte er, dass wir in unserer modernen und technischen Zeit nach Perfektion streben, dass Leben verlange von uns aber primär ein tieferes Verständnis über Einigkeit und Ganzheit. Soil & Soul (Erde & Seele), bieten einen harmonischen Spannungsbogen für unsere Orientierung zum ethischem Umgang mit Mutter Erde.

obamaStarke Stimmen – Sauti Kuu

Dr. Auma Obama, Initatorin der Foundation „Sauti Kuu“ was „starke Stimmen“ bedeutet, erklärte pragmatisch Ihre Sicht auf die Dinge. „From knowledge to action“, lautet ihre Botschaft. Informationen und belastbare Daten zur Lage des Klimawandels liegen schon lange zur Genüge vor. Handeln, also Action, sei angebracht. Mit Ihrer Organisation unterstützt sie junge Kenianer im Alter von 12-18 Jahren. Bildung und darauf basierend ein gesundes Selbstbewusstein, sollen junge Menschen befähigen, ein selbstverantwortliches und erfülltes Leben zu führen. Die Wahrnehmung, dass Afrika bedürftig und von der Unterstützung der „Weißen Welt“ abhängig sei, teilt Auma Obama so nicht. Die junge Generation kann sich emanzipieren, übernommene Opferrollen und Muster ablegen und somit die Zukunft eines gleichberechtigen Kontinents bilden.

Thematische Sessions- Anregungen und Wissenstransfer

Zwischen den Vorträgen wurden verschiedene  Gesprächsgruppen mit Experten geführt um Lösungsansätze vorzustellen und weiter auszubauen. Transport und Mobilität in einer globalisierten Welt, verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser und Wald oder auch Strategien zur Förderung von nachhaltigen Ackerbau und Nahrungsmittelherstellung. Zukunftsweisend war auch die thematische Session „Nutzen statt besitzen, Auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur . Fachleute und Spezialisten widmen sich ihren Kernfeldern und bieten Lösungen an. Key Speakerin, wie Barbara Unmüßig (Präsidentin der Heinrich Böll Stiftung),resümierte in einem beachtlichen Compendium, das der vor 20 Jahren gegründet Rio20 zwar gut sei und das Bewußtsein für Nachhaltigkeit auf eine politische Ebene gebracht hat. Im globalen Wirtschaftsalltag jedoch Business as usual überwiegt.

Es ging im Wesentlichen darum zu verstehen, bei wem nun die Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen liegt. Bei Konsumenten, bei Produzenten, bei Händlern oder bei den Regierungen? Veränderungen die mehr Fairness und Nachhaltigkeit bieten, würden für Konsumenten höhere Preise bei Konsumgütern bedeuten. Bei Befragungen gaben Verbraucher an, aus Verantwortungsgefühl eine nachhaltige Kaufentscheidung zu treffen. Die Realität im Konsumalltag sieht aber anders aus. Im Supermarkt oder Discounter wird die Kaufentscheidung nach Preis getroffen, die Bereitschaft für nachhaltige Produkte mehr zu bezahlen, bleibt bei Mainstreamkonsumeten  bisher wohlgemeinte Theorie.

Wir leben in einer Welt voller Müll und nennen es Wohlstand so, Prof Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Die Themenfelder der Konferenz waren: Corporate Social Responsibility//Mobilität und Transport//verantwortungsbewußte Forstwirtschaft//Bezahlung von natürlichen Ressourcen (PES Services)//verantwortungsbewußter Umgang mit Wasser//biodynamischer und nachhaltiger Ackerbau und Sicherstellung einer nachhaltigen Nahrungskette//Ethisches Verhalten beim Landkauf international//Anforderungen an Kommunikation von Nachhaltigkeit//Nutzen statt besitzen. Die SusCon bietet sehr viel Wissen in der Tiefe. Auch war es für mich wertvoll, Gleichgesinnte zu treffen und zu hören. veranstalterDank an die Veranstalter Organic Services COLABORA Forum CSR international und .

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