Yoga gehört zu den ältesten bekannten Lebensweisheiten und ist mehr als 3000 Jahre alt. Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg. In den Upanishaden, alte indische philosophisch-religiösen Schriften des Hinduismus, wird der Begriff Yoga als Weg zur Erkenntnis und Wahrheit des göttlichen erwähnt. „Sich zu den Füßen des Lehrers setzen“. Im ganz frühen Yoga wurden nur Atemübungen Pranayama praktiziert. Der  Geist  wird zur Ruhe gebracht und der praktizierende gelangt so in einen meditativen und kontemplativen Zustand.

Die vielen körperlichen Haltungen, Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit. Asanas beruhen auf körperlichen Erfahrungen und dienen dazu den Körper zu kräftigen und zu vitalisieren und vereinen immer zwei Qualitäten Stabilität und Wohlbefinden.

Emotionale Ausgeglichenheit

Die regelmäßige Praxis dient neben der körperlichen auch der emotionalen und spirituellen Weiterentwicklung. Im geistig seelischen Bereich erreichen praktizierende eine gelassenere, und sichere Lebenseinstellung. Verbessertes Selbstvertrauen und Lebensfreude sind die Belohnung.  Esslust oder andere Gelüste die bei manchen von uns unkontrolliert über unser Verhalten herrschen, werden abgeschwächt.

Eine altertümliche aber immer noch aktuelle Analogie beschreibt unseren Körper als Kutsche, den Kutscher als unseren Geist, die fünf wilden Pferde als unsere Emotionen  oder Sinnesorgane und den schlafenden Reisenden als unsere Seele. Yoga stabilisiert unsere Kutsche, verschafft dem Kutscher Klarheit, harmonisiert die wilden Pferde und kann unsere Seele wecken.

Die fünf Säulen der Lehre

Haltungen (Asanas)

Regelmäßige und korrekte Körperübungen, wirken systematisch auf alle Teile des Körpers: Wie Öl im Motor erhöhen sie die Beweglichkeit und  stimulieren den Kreislauf. Im Focus steht die Wirbelsäule. Sie enthält das Zentralnervensystem, das Kommunikationssystem des Körpers. Als direkte Verlängerung des Gehirns unterstützt eine gerade Wirbelsäule die Gesundheit des ganzen Körpers. Wenn man Flexibilität und Kraft der Wirbelsäule durch richtige Übungen erhält, wird der Blutkreislauf intensiviert, die Versorgung der Nerven mit Nährstoffen und Sauerstoff gesichert und der Körper erhält sein Idealgewicht.

 Atmung (Pranayama)

Die Yoga-Atmung verbindet den Körper mit seiner Batterie, dem Solar Plexus, wo enorme Energiereserven gespeichert sind. Durch tiefe und bewusste Atmung stehen im Alltag mehr Energiereserven zur Verfügung – Stress und viele Krankheiten (z. B. Depressionen) können so überwunden und Gesundheit und Wohlbefinden verstärkt werden. Die meisten Menschen benutzen beim Atmen nur einen geringen Teil ihrer Lungenkapazität. Sie atmen oberflächlich mit nach vorne fallenden Schultern, was Sauerstoffmangel und Verspannungen im oberen Teil des Rückens und im Nacken zur Folge hat. Stress und Depressionen können mit tiefer und bewusster Zwerchfellatmung überwunden werden. Ein Mensch mit viel Prana strahlt des Weiteren auch äußerlich Vitalität aus.

 

Entspannung  (Savasana)

Wenn Körper und Geist ständig überanstrengt werden, verlieren sie ihre Leistungsfähigkeit und die Gesundheit wird beeinträchtigt. Ein paar Minuten physischer, geistiger und spiritueller Entspannung, wie sie in einer Yoga-Stunde zu erfahren sind, vermindern Sorgen und Erschöpfung effektiver als mehrere Stunden ruhelosen Schlafs. Die Yogapraxis generell lädt den Körper mit Energie auf. Deshalb ist man nach einer Yogastunde auch nie ausgelaugt, sondern, im Gegenteil, angefüllt mit positiver Energie. Den Schluss eines Yogakurses bildet immer die „Tiefenentspannung“.

 

Positives Denken und Meditation (Vedanta und Dhyana)

Diese beiden Aspekte sind ein integraler Teil der Yoga-Praxis. Sie sind Schlüssel zu geistigem Frieden und seelischer Gesundheit. Durch Beruhigung des Geistes werden negative Gedankenwellen aufgelöst und tiefer innerer Frieden erfahren. Über den meditativen überbewussten Zustand können wir (Samadhi) erfahren. Samadhi ist wonnevolle Vereinigung mit dem Höchsten Selbst eine tiefe und spirituelle Erfahrung die jenseits von Sprache und Geist liegt.  Das Bewusstsein geht über Zeit, Raum und Ursächlichkeit hinaus und wir erlangen universelles Verstehen.

Essen um zu leben

„Essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen“, so lautet die yogische Einstellung zur Ernährung. Deshalb wählen ein Yogis Nahrungsmittel, die die beste Wirkung für Körper und Geist, und zugleich die geringsten negativen Auswirkungen auf die Umwelt und auf andere Wesen haben. Yogische Ernährung besteht aus reinen Nahrungsmitteln und trägt dazu bei, uns körperlich und geistig leistungsfähig und damit gesund zu erhalten. Die Pflanzliche Kost bezieht ihre Nährwerte direkt von der Sonne, der Energiequelle allen Lebens auf unserem Planeten.

Wo

Yoga hat sich weltweit etabliert. Verschiedene Stile und Lehrmethoden werden in zahlreichen Studios und Centren angeboten. Am besten probiert man die Angebote vor Ort aus. Da wir  unterschiedliche Temperamentstypen sind, wird jeder früher oder später seine bevorzugte Stilrichtung finden. Die Yoga-Praxis ist kein Wettbewerb, es geht nicht um Leistung, Erfolg und vergleichen. „Geschehen lassen“, sich in den Haltungen vertiefen, ein zu sich finden und bleiben ist das Ziel dieser wunderbaren Philosophie.