plastiktueten112_v-ARDFotogalerieJede Minute werden in Deutschland über 10.000 Plastiktüten verbraucht. Jede Minute! Das macht rund 5.300.000.000 Tüten im Jahr – nur in Deutschland. Wir sollten wirklich anfangen, mehr Verantwortung zu tragen und auf Plastiktüten zu verzichten.

Zahlen und Fakten zu Plastiktüten

1 Billion Stück – auf diese Anzahl wird der jährliche, weltweite Plastiktütenverbrauch geschätzt. Der Konsum von Plastiktüten trägt zu wachsenden Müllbergen in vielen Teilen der Welt bei und belastet Mensch und Umwelt. Nur ein Bruchteil der global verbrauchten Plastiktüten wird recycelt oder thermisch verwertet. Etwa 90 Prozent landen auf Mülldeponien. Bis Plastiktüten vollständig zerfallen benötigen sie je nach eingesetztem Kunststoff 100 bis 500 Jahre.

Tütenverbrauch in Deutschland

Jeder Deutsche verbraucht im Jahr mehr Plastiktüten als er tragen kann.

Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 65 Plastiktüten verbraucht. Bundesweit führt das zu einer Nutzung von 5,3 Milliarden Plastiktüten im Jahr oder 10.000 Tüten pro Minute. Deutschland gehört neben Italien, Spanien und Großbritannien zu den absoluten Spitzenreitern beim Plastiktütenverbrauch. Allein in Berlin werden jährlich 227 Millionen neue Plastiktüten genutzt. Auf diese Weise entstehen jährlich 1,3 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner.

In deutschen Modeläden, Kaufhäusern, Apotheken, Drogerien oder aber beim Fleischer bekommen Käufer zumeist ohne Nachfrage eine oder mehrere Tüten zum Transport des Einkaufs angeboten. Die kostenfreie Abgabe fördert den ungehemmten Konsum der Plastiktüten und verhindert einen sparsamen Umgang mit Ressourcen.

Umweltauswirkungen

Neun von Zehn Plastiktüten werden in der EU nicht recycelt.

Gegenwärtig bestehen die meisten Plastiktüten aus fossilem Rohöl. was die Vorräte endlicher Ressourcen weiter erschöpft. Die CO2-Emissionen des globalen Jahresverbrauches von einer Billion Plastiktüten werden auf 60 Millionen Tonnen geschätzt. Plastiktüten aus dem Supermarkt tragen eben auch zum Klimawandel bei.

In Deutschland können Plastiktüten für ein Recycling im „Gelben Sack“ gesammelt werden. Allerdings landen nur wenige Tüten in der Wertstoffsammlung. Oft werden Sie achtlos weggeworfen oder landen als Müllsack im Hausmüll und werden verbrannt. In Europa wird nicht einmal jede zehnte Plastiktüte recycelt, wodurch die Rohstoffe bei neun von zehn Plastiktüten verloren gehen.

Besonders schädlich ist das achtlose Wegwerfen von Plastiktüten in die Umwelt. Es beeinträchtigt nicht nur Ökosysteme und Lebewesen, sondern verursacht auch einen massiven Verlust an Ressourcen. So entsprechen die in der EU pro Jahr in Deponien entsorgten Plastiktüten der Stromproduktion von 1,6 Atomkraftwerken.

Plastik? Papier? Einweg? Mehrweg?

Mehrwegtaschen sind stabiler und können deshalb häufiger verwendet werden – Bild © DUH

Einkaufstüte ist nicht gleich Einkaufstüte. Dünnwandige und eingeschränkt verwendbare Tüten werden als Einweg-Tüten bezeichnet. Im Gegensatz dazu sind Mehrweg-Tüten besser verarbeitet und können häufiger genutzt werden. Zwischen Einweg- und Mehrwegtüten gibt es deutliche Unterschiede bei ihren Umweltauswirkungen. Die Verwendung eines einzigen Mehrweg-Beutels kann hunderte Einweg-Plastiktüten einsparen. Das verhindert unnötige Rohstoff- und Energieverbräuche und vermeidet Abfälle. Das Umweltbundesamt bestätigt „Stofftaschen und andere Mehrweg-Behälter schneiden aus Umweltschutzsicht deutlich besser ab als alle Arten von Einwegtüten“.

Mit einem Klick auf die nachfolgenden Bilder oder Bezeichnungen, erhalten Sie detaillierte Informationen über verschiedene Tüten-Typen, ihre Materialien und Umweltauswirkungen.

Tüten-Typen

Plastiktüten aus fossilem Rohöl und ohne Recyclinganteile verbrauchen unnötigerweise endliche Ressourcen und heizen den Klimawandel an.

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Biologisch abbaubare Plastiktüten mit Anteilen nachwachsender Rohstoffe belasten durch die Verwendung von fossilem Rohöl und durch die Belastungen des Anbaus von Nutzpflanzen die Umwelt stärker als andere Plastiktüten.

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Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen sind durch die rohstoff- und energieintensive Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung nicht klimaneutral. Sie weisen gegenüber rohölbasierten Plastiktüten kaum gesamtökologische Vorteile auf.

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Plastiktüten mit hohen Recyclinganteilen besitzen gegenüber anderen Plastiktüten ökologische Vorteile. Durch das Recycling können CO2-Emissionen jedoch nur reduziert und nicht kompensiert werden.

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Papiertüten sind nicht generell umweltfreundlicher als Plastiktüten, da der Materialeinsatz pro Tüte größer ist. Für die Produktion sind lange Zellstofffasern nötig, die mit Chemikalien behandelt werden müssen.

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Mehrweg-Tragetaschen aus Naturfasern benötigen zur Herstellung mehr Material und Energie als Einweg-Plastiktüten. Durch die robuste Verarbeitung sind allerdings problemlos dreistellige Wiederverwendungen möglich. Dadurch sind die Mehrwegtaschen ökologisch vorteilhaft.

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Mehrweg-Tragetaschen aus Plastik haben bei der Rohstoffbereitstellung und Produktion Vorteile gegenüber solchen aus Naturfasern. Sie benötigen zur ökologischen Vorteilhaftigkeit gegenüber Einweg-Plastiktüten nur sehr wenige Wiederverwendungen.

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Zusammenfaltbare Mehrweg-Tragetaschen aus Polyester sind besonders leicht und reißfest. Sie sind deshalb nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch sehr praktikabel. mehr …

Quelle: Deutsche Umwelthilfe