Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber in dem zweiteiligen Dokumentarfilm „Mythos Wald“ verhält es sich eher ein wenig anders: Hier sieht man den Wald, wie man ihn sonst nie sehen kann und wie man ihn vielleicht auch nie mehr sehen kann. Denn das Ökosystem Wald ist bedroht. Der vom NDR produzierte und von Jan Haft gedrehte Film zeigt wunderbare Aufnahmen in Flora und Fauna und taucht dabei auch in die Makrofotografie ein. Ein filmisches Erlebnis, das man nur durch eines toppen kann: durch einen ausgedehnten Spaziergang im Wald.

Einst war ganz Mitteleuropa von dichten Urwäldern bedeckt. Der römische Autor Tacitus schrieb: „Die Bäume waren so gewaltig, dass die Legionäre unter ihren Wurzeln hindurchreiten konnten.“ Doch diese Wälder sind lange verschwunden, nur einige grüne Inseln scheinen die Zeiten überdauert zu haben.

Aber noch immer ist der Wald Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und bildet die Bühne für große und kleine Dramen der Natur. „Mythos Wald“ zeigt die Kämpfe von Wildschweinkeilern und die Hirschbrunst im Herbst. Die Zuschauer erleben, wie im Frühjahr verspielte Fuchswelpen ihren Bau verlassen, und folgen den Erlebnissen einer Wildschweinrotte. Die zweiteilige Dokumentation will aber nicht nur erstaunliches Tierverhalten analysieren, sondern das Unsichtbare sichtbar machen.

Sehr lange Zeitrafferaufnahmen, extreme Zeitlupen und neue Makrooptiken zeigen Phänomene, die dem menschlichen Auge sonst verschlossen bleiben. Einige Teile der Ausrüstung wurden exklusiv für diese Produktion entwickelt, um den hohen visuellen Anforderungen gerecht zu werden. Neueste Kameratechnik schafft gemeinsam mit der traditionellen Arbeitsweise von Tierfilmern ein völlig neues Bild des Waldes und erklärt das enge Netzwerk zwischen unzähligen Arten.

Die zweiteilige Dokumentation von den Machern der weltweit ausgezeichneten Produktion „Die Wiese“ ist eine opulente Reise in eine Welt, die wir zu kennen glauben und nun mit neuen Augen sehen. Der mehrfach ausgezeichnete Kameramann und Regisseur Jan Haft zählt zu den innovativsten Tierfilmern in Deutschland. 1967 in Bayern geboren, zeigte sich schon früh seine Begeisterung für die Natur. Anfang der 90er Jahre begann er seine Laufbahn als Kameraassistent bei Tierfilmproduktionen. 1996 gründete er die Produktionsfirma Nautilusfilm GmbH, die heute zu den erfolgreichsten Tierfilmproduktionsstätten Deutschlands gehört.

Mythos Wald

Quelle: Dokumentarfilm.de