ÄhrenMonsanto hat zwischenzeitlich alle gängigen Saatgutunternehmen Europas gekauft, die in jedem Baumarkt erhältlich sind. Auch „Bio“-Anbieter befinden sich darunter.

Als Hersteller von Genpflanzen ist er wohlbekannt: der Saatgutkonzern Monsanto. Mit seinen gentechnisch veränderten Pflanzen, etwa dem Mais Mon810, der stetig ein Gift gegen Insekten produziert, bekommt der global operierende Konzern aus den USA in Europa keinen Fuß auf den Boden. Gute Geschäfte macht er trotzdem, und zwar mit Hobbygärtnern, die oft nicht einmal ahnen, dass sie Saatgut des Unternehmens kaufen. Monsanto bedient sich nämlich der Namen aufgekaufter Tochterunternehmen und Vertriebsfirmen, um seine Produkte an den Mann zu bringen.

Monsanto besitzt derzeit 90 Prozent aller weltweit angebauten Genpflanzen und ist damit Marktführer im Bereich gentechnisch veränderter Feldfrüchte – besonders im Anbau der lukrativen „Cash-Crops“ Gen-Mais, -Raps und -Soja. Im Hobbybereich vertreibt der Konzern unter den Namen der Tochterfirmen De Ruiter Seeds und Semenis Saatgut etwa für Gurken, Salate und Tomaten. Gentechnisch verändert sind diese nicht, die Herkunft ihres Herstellers verraten die Samentütchen im Baumarkt dem Käufer aber auch nicht. Herauszufinden, hinter welchem Namen Monsanto tatsächlich steckt, ist darum schwierig. Zwar verweisen De Ruiter Seeds und Semenis auf ihren Homepages auf Monsanto. Doch neben Tochterfirmen unterhält Monsanto ein weltweites Netzwerk an Vertriebsgesellschaften und exklusiven Vertriebspartnern. So lässt sich etwa die Verbindung zu der Marke Kiepenkerl über die Kontaktliste von De Ruiter Seeds bis zu Monsanto zurückverfolgen. Auszug aus der TAZ -Autorin Susann Schädlich

Save our Seeds

„Save Our Seeds“ ist eine europaweite Initiative zur Reinhaltung des Saatguts von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Über 300.000 Bürgerinnen und Bürger und rund 300 Organisationen mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern in ganz Europa fordern in einer gemeinsamen   Petition ein verbindliches Reinheitsgebot für konventionelles und biologisches Saatgut.

Darüber hinaus koordiniert Save Our Seeds viele weitere  Projekte rund um die Auseinandersetzung mit Gentechnik, nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährungssouveränität.  mehr 

Aufstand gegen EU-Saatgut-Verordnung

Die Europäische Kommission will am 6. Mai den Entwurf einer Verordnung zur Neuregelung des Saatgutrechtes vorlegen. Hohe Gebühren und für kleine Züchter unüberwindbare Zulassungsverfahren bedrohen dann möglicherweise viele alte und lokale Obst-, Getreide- und Gemüsesorten aber auch die Fortentwicklung der Vielfalt auf dem Acker. Der freie Tausch von Saatgut und Pflanzengut könnte weiter erschwert werden, industrielle Sorten würden noch alternativloser.

Save Our Seeds hält den letzten bekannt gewordenen Entwurf von Verbraucherschutzkommissar Borg für inakzeptabel und fordert die Kommission auf, ihn abzulehnen. Das Gebot der Stunde ist mehr Vielfalt und Beteiligung von Bauern, Gärtnerinnen und Züchtern in ganz Europa. Nur so kann sich unsere Landwirtschaft und Ernährung an veränderte Umweltbedingungen und Verbraucheranforderungen selbstbestimmt anpassen und der Dominanz einer immer kleineren Zahl internationaler Saatgut-Unternehmen nachhaltig Paroli bieten.

 Unterzeichnen Sie unseren Appell zur Saatgutvielfalt!