Die Werke des Designers sind Ihrer Ausstrahlung und Qualität einmalig. In den Kollektionen kommen unterschiedlichste Stilrichtungen zum Ausdruck.

Erased Classic by Jan Kath

Erased classic

Motive aus italienischen Wandbespannungen und indischen Saris bilden die Grundlage für diese mehrfach preisgekrönte Kollektion. Die strengen, geordneten Ornamente des Teppichs werden aufgelöst. An einigen Stellen scheinen die Rapporte, die sich ursprünglich perfekt wiederholten, wie wegradiert, mit Säure übergossen und ausgewetzt. So entsteht in ERASED CLASSIC eine ganz neue Formensprache, die Jan Kath in RUG EVOLUTION weiter ausgebaut hat. Professor Volker Fischer vom Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main schreibt: „Jan Kath ist der Poet der Vergangenheit und gegenwärtig in der Gattung des Produktdesigns der wohl profilierteste Entwerfer von ‚Memeto mori’-Produkten.“

Radi Deluxe by Jan Kath

 

Radi deluxe

Erlaubt ist, was Spaß macht! In RADI DELUXE hat Jan Kath zwei höchst erfolgreiche Kollektionen miteinander kombiniert: Den Hintergrund bildet RADI mit seinem dynamisch organischen Design. Obenauf liegen Elemente aus ERASED CLASSIC, die dem Teppich sowohl Muster als auch eine neue Struktur geben. Durch die Wahl kräftiger Leuchtfarben in neon-grün, -orange, leuchtendem lila oder elektrisierendem pink bekommen die sonst so schlichten, noblen Motive, die italienischer Wandbespannung und spanischen Teppichmustern entliehen sind, eine neue Aussage. Die beiden vollkommen unterschiedlichen Designs stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Im Gegenteil, sie verschmelzen und entwickeln so eine neue, ungeahnte Spannkraft. Ein Anblick der fasziniert und gleichermaßen verwirrt. „Wurden die Ornamente nachträglich aufgebracht? Wurden sie anschließend wieder teilweise entfernt?“, fragt sich der Betrachter. „Um das Rätsel zu ergründen, nimmt man am Besten die Hände zur Hilfe“, erklärt Jan Kath. „Wer über den Materialmix aus Wolle, Seide und Brennnesselfaser streicht, erkennt, dass die Erosion nur eine optische ist. Das Muster sowie der Untergrund wurden genau geplant und von den Knüpfern Knoten für Knoten von Hand umgesetzt.“ Außerdem lässt Jan Kath in dieser Kollektion die Fransen wieder auferstehen. Lang und bunt eingefärbt geben diese den Teppichen einen zusätzlichen, leicht „hippieesken“ Touch. Auch bei RADI DELUXE gilt das Kathsche Baukasten-Prinzip. Die Kunden können nicht nur über Design-Kombination sondern auch über Farben, Materi­alien, Knotendichte und Größe frei bestimmen.

Der Designer

Schon Großvater Hermann Kath hatte im namhaften Berliner Teppichhaus Bursch als Geschäftsführer gearbeitet. Nach dem Krieg gründete er das Einrichtungshaus Keil & Kath in Bochum, das sich auf Orientteppiche spezialisierte und später von Jans Eltern weitergeführt wurde. Jan packte einen Rucksack und machte sich auf nach Indien und in den Himalaja. In Kathmandu war ihm das Geld ausgegangen. Per Zufall traf er dort einen alten Geschäftsfreund seiner Familie, der Jan Kath seinen Posten vor Ort anbot.

Kath kümmerte sich um das Knüpfhandwerk in der nepalesischen Hauptstadt, baute einige Manufakturen auf, beaufsichtigte sie, machte einen Abstecher in die Mongolei, nach Ulan Bator und lernte dort seine Frau kennen. Jan erweiterte immer mehr sein Wissen, der Orient war ihm auch nicht fremd. Als Kind begleitete er bereits seinen Vater dorthin.

Lieber Qualität statt Masse

Der „Tibet-Boom“ der frühen Neunziger hat ihn damals verleitet, eine Fabrik in Katmandu zu übernehmen. Es war eine Goldgrube. Gleichzeitig wurde der elterliche Betrieb in Bochum aufgegeben. Der Orientteppich war längst zur billigen Massenware geworden, die in fast jedem Möbelhaus zu haben war.

Produziert wird inzwischen in Katmandu und Marokko. Kath will den Berberteppich, der einst vor allem von Le Corbusier in Europa eingeführt wurde, wieder zum Qualitätsprodukt machen. Ehemalige Nomadenfrauen knüpfen nach alter Tradition exklusiv für die Jan Kath Design GmbH.

Die Werke von Kath veredeln die Böden auf Yachten, Wände von Fünf-Sterne-Hotelsuiten oder  Flagshipstores eines bedeutenden Pariser Modehauses.

Kaths Teppiche werden in einer kaum sonst noch zu findenden Perfektion in Nepal handgeknüpft. Die tibetische Hochlandwolle wird  handversponnen und handkardiert (gekämmt). Feinste Seide aus China, wird je nach Design hinzugewebt mit von Hand aufgearbeiteter Brennnesselfaser. Zwischen sechzig und 500 Knoten pro Quadratinch (2,54 mal 2,54 Zentimeter) sind möglich.

Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind für Jan Kath selbstverständlich. Gemeinsam mit dem Label STEP verpflichtet sich Jan Kath in seinen Teppichmanufakturen strenge soziale und ökologische Standards einzuhalten.

Jan Kath Kollektion