Action at P & G Palm Oil Supplier in Kalimantan„Die neue P&G-Richtlinie bewerten wir als ersten Schritt hin zu mehr Waldschutz in den Tropen“, sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. „Wir erwarten jedoch, dass Procter & Gamble die Richtlinie deutlich schneller umsetzt als vorgesehen. Die Regenwälder brauchen sofortigen Schutz.“

Der Konzern verpflichtet sich, bis Ende 2015 sicherzustellen, dass die Lieferkette für Palmöl bis zur Mühle zurückverfolgt werden kann. Bis zum Jahr 2020 will der Konzern seine Produkte dann vollständig ohne Palmöl bzw. Palmkernöl aus Regenwaldzerstörung herstellen. Dies gilt auch für dessen Derivate. Dazu müssen die Lieferanten bis Ende 2015 einen Plan vorlegen, wie sie dies für die eigenen Lieferwege bis 2020 umsetzen werden. Bei der Produktion von Palmkernöl soll verstärkt mit Kleinbauern zusammengearbeitet werden. P&G will jährlich über die Fortschritte berichten.

Fast 400.000 Unterstützer der Greenpeace-Kampagne hatten weltweit seit Februar P&G mit einer Protestemail aufgefordert, das schmutzige Palmöl endgültig aus den Produkten zu verbannen. In zahlreichen Ländern protestierten Greenpeace Aktivisten bei P&G, unter anderem am Hauptsitz des US-Unternehmens in Cincinnati. In Deutschland informierten Greenpeace-Ehrenamtliche in 27 Städten die Verbraucher und sammelten Protestunterschriften. Knapp 15.000 Mitmacher unterzeichneten die Protestmail in Deutschland online.

Die neue Richtlinie ist nur ein Anfang

„Die neue Richtlinie erfüllt zwar zentrale Greenpeace-Forderungen, de facto können die Lieferanten von Procter & Gamble jedoch noch weitere sechs Jahre Regenwälder zerstören“, sagt Jürgens. Greenpeace fordert, die Richtlinie auszuweiten, zum Beispiel  auf den Bezug von Papier und Zellstoff.

Bereits im Februar hatte Greenpeace nachgewiesen, dass P&G über Zulieferer in die Zerstörung von Regenwald in Kalimantan/Indonesien verstrickt ist. Jüngste Recherchen belegen, dass Procter & Gamble’s Palmöl-Lieferkette auch mit der Zerstörung  wertvoller Urwälder in der indonesischen Provinz Papua in Verbindung steht.

Das schmutzige Öl steckt zum Beispiel in Produkten wie Head & Shoulders-Shampoo, Ariel Waschmittel oder Gillette-Rasierschaum. Rund 460.000 Tonnen Palm- und Palmkernöl verarbeitet der Konzern jährlich. Für die Produktion konventionellen Palmöls werden ökologisch wertvolle Wälder und Torfmoore zerstört. Allein in Indonesien werden 150.000 Hektar Regenwald jährlich abgeholzt. In Folge entweichen riesige Mengen klimaschädliches CO2 und bedrohte Arten wie der Sumatra-Tiger verlieren ihren Lebensraum.

Auf Druck von Greenpeace, weiteren Organisationen und Verbrauchern haben sich bereits mehrere Firmen, darunter Nestlé, Ferrero und Unilever, verpflichtet, ihre Einkaufspolitik zu ändern. Große Palmölabnehmer wie P& G können den Markt ändern und sich für die Produktion nachhaltigen Palmöls einsetzen.