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Ich bin ein gefühlvoller und emotionaler Mensch, Aufregungen, Herausforderungen und Stress beschäftigen und treffen mich. Gedanken jagen mir dann durch den Kopf und manchmal suchen sich die zu verdauenden Angelegenheiten auch auf körperlicher Ebene ihren Ausdruck. Ungelöste Begebenheiten aus der Jugend und auch aus Beziehungen, melden sich dann gerne an und mischen sich mit ein. Abstand, Ruhe und Souveränität bleiben Sterne am Himmel. Mit diesem Unvermögen,  starke Gefühlslagen gelassen durchzustehen, bin ich  bestimmt nicht allein auf der Welt.  Ja, wie gerne wäre ich supercool und „Always in Control of Things“. Aber wie lautet eine der eingängigsten  Wahrheiten im Leben? Es steht nicht in unserer Macht  andere in ihrem Verhalten zu  beeinflussen. Wir können  nur unsere eigene Haltung, unseren Umgang  und Reaktionen, auf äußere Umstände steuern. Wie wahr! Ich habe in meinem Leben zwei bis dreimal Anlauf genommen und wollte mit Gesprächstherapien beginnen. Um in meinem Inneren aufzuräumen und um mehr Sicherheit zu erlangen. Therapeuten sind auch nur Menschen und leben Ihren Beruf fast wie Beamte aus. Seitenlange Fragebögen und schwierigste Terminabstimmungen, führten dazu, dass ich nie konstant zum Kunden bei einem Seelendoktor wurde. Das war rückblickend für meine Entwicklung, meinen Geldbeutel und meine Krankenkasse auch gut so. Ich blieb weiterhin für mein denken, fühlen und handeln selbst verantwortlich.

The best things in life are for free!

Angebote zur Meditation sind mir immer wieder begegnet. In Form von Aushängen, oder Empfehlungen durch Heilpraktiker. Wahrscheinlich waren die Botschaften zu leise, zu unspektakulär, und für mich als materiell konditionierten Menschen, nicht greifbar und stimulierend, denn diese heilende Methode kostet nichts.

Der Aspekt, des praktisch kostenlosen und vor allem konditionslosen und  jederzeit  durchführbaren Erlebnisses war  so unattraktiv in einer Welt voll Versprechungen und Effekte. Was nichts kostet wird übersehen, ist nicht erstrebenswert und potenziell wertlos. Keine an äußeren Merkmalen festgemachte Identifikation ! Kein Belohnungsprinzip für das ich strampeln muss und gerne bezahle damit es wirkt. Keine schicke Figur betonte Meditationsmode, keine Energydrinks, keine Kapseln, keine Diät, kein in Aussicht gestellter Gewichtsverlust.

Mediation ist immer mit uns

Die Option  zur  regelmäßigen geistigen Sammlung, schafft Raum. Eine Aktivität der wir uns hingeben können so oft wir wollen und wann wir wollen. Uneingeschränkt ohne Zeit- Geld- und Gruppenzwang. Wir können uns den Ritt durch  die  Rush Hour nach der Arbeit von einem Stadtteil zum nächsten ersparen um unserem Lieblingslehrer zu folgen. Der nur zeitlich  begrenzt verfügbar ist. Unser innerer Lehrer oder besser Meister ist in uns, und wir können ihm zuhören, folgen und Aufmerksamkeit zollen.

Wie meditieren wir?

Am Anfang ist es gut verschiedene Richtungen und  Praktiken auszuprobieren. Das Ritual wird am besten bequem im aufrechten Sitz ausgeführt. Bei regelmäßiger Praxis verbessern wir mit der Zeit unseren Sitz. Wir werden gerader und spüren unseren Körper bewusster. Wir können uns auf unseren Atem konzentrieren um die Gedanken und Sinne zur Ruhe zu bringen, oder auch eine Chakrameditation erlernen.  Geführte Mediationen sind auch schön und können im Internet gehört werden.  Eine fachgerechte Anleitung  ist am Anfang zu empfehlen, da Meditation enorme Energien wecken und starke Emotionen hervorbringen kann. Wenn wir dabei bleiben und uns dem Prozeß anvertrauen.

Angst vor der Isolation durch Innenschau

Vielleicht ist das ein weiterer  Aspekt der uns vom meditieren abhält. Wir meditieren zumeist allein. Nachdem wir mit Mediation begonnen haben und  Kontakt mit unserem Inneren aufnehmen, können wir auf Distanz zum Außen gehen. Wir werden ruhig und erfahren einen dringend nötigen und wohltuenden Abstand. Die Welt da draußen ist  noch immer dieselbe. Die wird sich auch nicht ändern nur weil wir innehalten und uns für eine kurze Weile zurückziehen. Aber wir machen  eine wertvolle Erfahrung, die Begenung mit uns selbst. Vielleicht kommen Sie gerade aus einer Partnerschaft und beginnen ohne lange Abstinenz bereits die nächste. Vielleicht macht Ihnen ihr Projekt Spaß, aber die Kinder nehmen Sie voll und ganz ein. Vielleicht wünschen Sie sich Kinder aber Ihr Partner nicht. Vielleicht genießen Sie einen neuen Lebensabschnitt, aber Ihr geliebter Gefährte ist nicht mehr bei Ihnen. Wir können alle, egal wo wir gerade stehen, ob on „the sunny side of life“oder im Tal, mehr von uns selbst gebrauchen, um mit uns besser vertraut sein.

Komm Näher

Die Kernerfahrung von meditativen Zuständen ist die erlebte Verbindung mit unserer Spiritualität.  Die Verbindung mit unserer Weisheit stärkt unser Selbstvertrauen, heilt Wunden, macht uns klar und gelassen.  Wir können auf einer echten Ebene Freundschaft mit uns selbst schließen. Wie wunderbar.