jacky portraitAn einem regnerischen Aprilwochenende tauschte ich mich mit einer Freundin aus Australien via Facebook aus. Freilebende Orang Utans und die Bedrohung ihres natürlichen Lebensraums in Indonesien, Sumatra und Borneo, durch Brandrodung für Palmölplantagen beschäftigen mich sehr. Darüber werde ich auch noch mal bloggen. Jedenfalls habe ich dabei gar nicht so sehr an die Lebensumstände der Artgenossen gedacht, die in Gefangenschaft leben. Zoo`s in den großen Industrienationen, bieten Wildtieren ein erträgliches Dasein auf kleinstem Lebensraum. Das wird zumindest suggeriert und mag auch größtenteils zutreffen. In Dritte Welt Ländern, gibt es kaum Auflagen und  keine Instanzen die das Wohlbefinden der Tiere überprüft. Das Schicksal der Tiere hängt an den Zoobetreibern. Bev, die Freundin aus Australien, kam gerade aus Bali zurück. Sie war verstimmt und tief betroffen. Im Ubud Bali Zoo, der von Touristen ziemlich gut besucht wird, stellte Sie fest, dass Singvögel an Ästen festgebunden waren. Tag aus und Tag ein, damit gut sichtbar für die Besucher.

Jack in seiner jahrelangen alten Umgebung

Jacky  isoliert und verzweifelt

Was Sie aber noch mehr ins Herz traf, war der traurige Anblick von Jack. Eines ausgewachsenen stattlichen Orang Utans. Auf einem kargen Platz, gefangen ohne Rückzugsmöglichkeit, ohne Lagerstätte fristet er bereits seit 2005 im Ubud Bali Zoo dieses trostlose Dasein. Besucher wurden per Schild ermuntert, ihn mit Früchten zu bewerfen. Was für ein entwürdigendes Spektakel. Bev spürte die Wut und Ohnmacht von Jack und nahm diese Eindrücke mit nach Hause. Was war zu tun? Bev konnte die Zoobetreiber nicht vor den Kopf stoßen, sondern musste diplomatisch eine Lösung für Jack angehen. Sein kleiner trister Lebensraum musste verbessert werden. Er sollte klettern können und sich für die Nacht selbst ein Nest aus Farnen und Blättern bauen können, so wie seine Artgenossen es im Urwald tun.

Jacky `s neue Freunde & sein neues Zuhause

Bev gründete auf FB unsere Gruppe die zuerst „Captive Orang Utan enrichment Angels“ hieß. Was sinngemäß „Engel für ein besseres Leben von gefangenen Orang Utans“ bedeutet. Bev hatte bei COP angefragt, was wir als Budget benötigen, um Jack sein Zuhause endlich artgerechter auszustatten. Mit ca. 10.000 australischen Dollars und viel Arbeit waren wir dabei. Jeder von uns spendete was er konnte. Bev fing an mit den Zoobetreibern Verhandlungen zu führen und machte ihnen ein schöneres Gehege schmackhaft. Bev und COP erhielten die Erlaubnis. Durch unser „Fundraising“ bekamen wir auch das nötige Kapital zusammen. COP und Freiwillige nannten sich nun „Jackys Friends“(Gruppe auf Facebook). Die Arbeiten begannen Anfang September. Tag und Nacht wurde das Projekt durchgezogen. Es sollte schnell gehen, damit der gestresste Jack aus seiner kleinen Übergangsbehausung erlöst wurde.

Jetzt ist alles besser

Vor etwa einer Woche konnte er sein neues Zuhause beziehen. Es war wie Weihnachten für ihn. Vorsichtig tastete er die neuen Gegenstände ab. Er hat jetzt einen Unterstellplatz, eine Höhle, ein Sonnensegel, Klettergestänge, Spielzeug und vieles Mehr. Besonders gefallen ihm seine Decken. Die zieht er sich über den Kopf. Endlich kann er sich für die Nacht ein Nest bauen. Bev hat geweint vor Freude, als sie plötzlich einen glücklichen Jack vor sich sah.

Alle Projektbeteiligten

Katastrophale Zustände in indonesischen Zoos

Dieses gelungene Projekt, an dem ich auch Anteil habe, hat mich so gerührt, dass ich Bev fragte, was das nächste Projekt sei. Viele Tiere in den Zoo`s fristen ein unerträgliches Dasein. Ich denke ich, werde bald von ihr hören. Und ich bin wieder dabei als Jacky`s Friend.

Bev, COP

 

 

 

 

 

Update 2013 – das sind aktuelle Fotos von Jacky, er ist seit der REnovierung seines Geheges und Verbesserungen seiner Fütterung sichtlich aufgeblüht….

Jacky lachend am Boden nach Jahren der Verzweiflung