pferd2Mit der Metapher des toten Pferdes beschreibt der Autor einen Zustand, bei dem die Arbeit keinen Spaß mehr macht und einen nicht mehr weiter bringt. Ebenso muss es sich anfühlen, auf einem toten Pferd zu reiten. Doch trotz der Unzufriedenheit reiten eine Menge Menschen tote Pferde. Diesen Personen zeigt der Psychologe und Coach, Tom Diesbrock, wie sie sich aus ihrer verharrenden Situation befreien können.

Mit psychologischem Tiefsinn beschreibt der Autor, welche Mechanismen dazu führen, dass so viele Menschen an ihren Jobs festhalten, obwohl sie sehr unzufrieden damit sind und viel lieber einer anderen Tätigkeit nachgehen würden. Angst ist oft der Grund dafür, die eigenen Träume und Wünsche nicht zu verwirklichen. Ebenso trauen sich viele Berufstätige zu wenig zu. Sie zweifeln an ihren Fähigkeiten und denken, sie finden niemals einen neuen Job, der ihnen Spaß machen könnte. Warum dann also etwas ändern?

Dass Veränderungen eine große Chance für ein zufriedeneres Berufsleben bieten, erklärt Diesbrock ausführlich. So erfährt der Leser im zweiten Teil des Buches, dass die angeblichen Gründe, sich nicht beruflich neu orientieren, nur vorgeschobene Gründe sind. Der Psychologe deckt auf, welche Glaubenssätze und Denkweisen uns daran hindern, einen anderen, womöglich aufregenderen, Weg zu gehen. Dabei plädiert er stets dafür, Veränderungen anzupacken und nicht davor zu flüchten. Veränderungen seien immer etwas Positives, wenn man in der derzeitigen Situation unzufrieden ist.

Im dritten Teil geht es dann um die Umsetzung der eigenen beruflichen Ziele und Wünsche. Mit seiner positiven Grundeinstellung macht Diesbrock dem Leser Mut, seine Fähigkeiten neu zu entdecken und seinen – wenn auch verrückten – Träumen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wer das Buch liest, bekommt Lust, ein neues Jobprojekt anzupacken und etwas zu wagen. Neue Ideen und Sichtweisen sowie Einblicke in die Psychologie sorgen dafür, sich intensiv mit einer Veränderung auseinanderzusetzen und die Angst davor zu verlieren. Daraufhin ist man in der Lage, sich endlich ein neues, lebendiges Pferd zu suchen, auf dem man gerne reitet, und dass einen voran bringt.

Der Ratgeber ist mit über 200 Seiten nicht gerade eines der dünnsten Lektüren, aber aufgrund des guten Schreibstils und der vielen Beispiele, Zitate und Aufzählungen, lässt er sich recht schnell durchlesen. Ab und zu wiederholt sich der Autor thematisch, aber das dient vielleicht dazu, die guten Ratschläge einprägsamer zu verdeutlichen. Ob sich die Tipps tatsächlich beim Leser einprägen und er sie umsetzt, ist ungewiss. Jedenfalls motiviert das Buch und gibt jedem Job-Unzufriedenen Hoffnung, der glaubte, bis ans Ende seines Berufslebens so weiter machen zu müssen.

Tom Diesbrock, Oliver Weiss – Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab!: Wie Sie Broschiert: 232 Seiten; Verlag: Campus Verlag