Brand Textilfabrik Karachi Ende September 2012, Quelle CCC

Clean Clothes Campaign (CCC) beklagt den sinnlosen Tod von über 250 TextilarbeiterInnen, die im September bei drei Fabrikbränden in Pakistan und Russland ums Leben kamen. „Diese Toten hätten vermieden werden können und müssen“, sagt Ineke Zeldenrust, Koordinatorin der internationalen CCC. „Es gab keine Notausgänge oder sie waren verschlossen und die ArbeiterInnen damit eingeschlossen.

Dies ist nichts Neues: Es ist allgemein bekannt, dass die Arbeitssicherheit an vielen Arbeitsplätzen nicht gewährleistet ist und dass die ArbeiterInnen in den wichtigsten Produktionsländern bei der Herstellung von Kleidern für den europäischen und amerikanischen Markt täglich ihr Leben riskieren.“

• KIK-Markenetiketten in Fabrik gefunden
• KIK hat noch nicht öffentlich auf Handlungsaufforderung reagiert
• Die Kampagne ruft Markenunternehmen zum Handeln auf

Das Unternehmen Ali Enterprises in Karachi, bei dessen Brand l fast 300 Menschen starben, hat Jeans für den Billigeinzelhändler KIK produziert. Ungefähr 650 Beschäftigte arbeiteten in der Fabrik als das Feuer ausbrach. Verschlossene Notausgänge, vergitterte Fenster und versperrte Treppenhäuser führten dazu, dass fast die Hälfte der ArbeiterInnen starb. Weitere verletzten sich, als sie vom obersten Stockwerk des Gebäudes sprangen. Die Fabrik war nicht offiziell registriert und es hatten keine Gebäudeprüfungen oder Regierungsinspektionen stattgefunden. Die Eigentümer der Fabrik sind des Mordes angeklagt worden. Die National Trade Union Federation aus Pakistan ruft die Behörden dazu auf, KIK und alle anderen Käufer, die in der Fabrik produzieren ließen, wegen strafbarer Fahrlässigkeit anzuklagen. Die Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign ist entsetzt und empört darüber, dass KIK in seinen Zulieferfabriken die Sicherheit der Beschäftigten nicht garantieren konnte.

„Diese ArbeiterInnen haben auf grausamst vorstellbare Weise während der Produktion von Jeans für europäische KonsumentInnen ihr Leben verloren“, sagte Lars Stubbe von der Kampagne für Saubere Kleidung. „Das Fehlen einer öffentlichen Stellungnahme, in der Bedauern über das Geschehen und die dringend erforderliche Unterstützung der Opfer zum Ausdruck kommen, zeigt, dass KIK es an Respekt und Sorge für die ArbeiterInnen in seinen Zulieferketten mangeln lässt.“

Am Wochenende waren in der Fabrik Textilien mit dem Etikett und Logo von „Okay“ gefunden worden. Diese Marke wird in KIK-Geschäften in Deutschland, Österreich und Osteuropa verkauft. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert KIK auf, sich zu seiner Verantwortung zu bekennen und unmittelbar mit der Aufklärung der Brandursache zu beginnen, für Entschädigungen der Opfer zu sorgen, einschließlich sofortiger medizinischer Behandlung und Entschädigungszahlungen, und eine umfassende Sicherheitskontrolle ihrer übrigen Zulieferer durchzuführen.

„Die ausländischen Käufer interessieren sich nicht für die Arbeitsbedingungen in den hiesigen Fabriken“, sagte Nasir Mansoor von der National Trade Union Federation von Pakistan. „Eine 30-minütige Inspektion in der Fabrik hätte ausgereicht um festzustellen, dass die Arbeiter über keine der Einrichtungen verfügen, deren Existenz die Eigentümer in den [an die Käufer gesandten] Dokumenten behaupten.“

KIK ist Deutschlands siebtgrößter Textileinzelhändler mit über 3200 Geschäften in 8 europäischen Ländern und einem Umsatz von über 1,69 Milliarden Euro (2011). Obgleich es angibt, einen Verhaltenskodex für Zulieferer zu haben, hat dieser Vorfall auf tragischste Weise gezeigt, dass Markenunternehmen wie KIK nicht in der Lage sind, ihre Zulieferketten in angemessener Weise zu kontrollieren.

Quelle: CCC