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Ich möchte Ihnen eine schrullige Angewohnheit von mir verraten. Ich bade sehr gerne, in verschiedensten pflegenden, entspannenden, aktivierenden und an Aromen reichen Badezusätzen. Aber baden, auch noch ein Vollbad, bedeutet Wasserverschwendung. Und dass ein paar Mal die Woche, ein Leben lang. Das schlechte Gewissen badet jedes Mal ein bisschen mit. Denn ich tauche Körper und Sinne laut den Stadtwerken Münchens in hervorragendes Trinkwasser, einem der besten in Europa. Da hilft es auch nicht, dass ich geographisch bewertet in einer wasserreichen und wassersicheren Region oder Klimazone bade und lebe. Frauen und Kinder, die im Jemen, Algerien oder überhaupt, in den wasserärmsten Regionen auf unserem Planeten leben, würden mir all Ihre Sehnsüchte und Flüche zugleich schicken, hätten Sie eine Webkamera mit Einstellung auf mein Badezimmer.

Seit einiger Zeit, verbessere ich meine persönliche Bilanz an Wasserverbrauch, so nennt man das bei uns, Wasserverschwendung nennt man das aber glaube ich trotzdem noch in wasserarmen Wüstenstaaten. Meine Pullover , Wolle- Kaschmir- Baumwoll- und Seide Gemisch, Designerblusen und weiteres Feinzeug, ja diese edlen Materialien sind  ja heute durch die Schnäppchenkultur jedermann zugänglich, also auch mir, tauchen nach mir in das mit Trinkwasser gespeiste Vollbad.

Mit einer akkurat durchgeführten stehenden Vorwärtsbeuge – Padahastasana – Yoga, knete ich meine Lieblingsstücke im lauwarmen Wasser durch. Diesem  erweiterten und nun endlich nachhaltigen Verwendungszweck von kostbarem Wasser wird noch ein Schuss ehrliches Ökowaschmittel hinzugefügt. Von Hand wasche und knete ich nun meine Lieblingsstücke. Bei dieser Beschäftigung stelle ich mir immer lachende und gutgelaunte Frauen an einem Fluss vor, vergnügt  bunte Wäsche schrubbend, den Tagesklatsch zum Besten gebend. Telefonieren und ratschen funktioniert in einer halben Vorwärtsbeuge über der Wanne aber eher schlecht, ich habe schon drei Ohrstöpsel deswegen verloren. So lache ich beim Wäschewaschen am imaginären Fluss mit mir selber. Pro Wäschestück übe ich konzentriert Steigerungslachen, macht man normalerweise auch in froher Runde. Wozu dann noch abends extra zum Lachyoga fahren , kostet auch nur wieder Sprit. Ich empfehle pro Singlebadewannenlachwasch nicht mehr als fünf Kleidungsstücke zu verwenden. Es sei denn Sie sind zu mehr Steigerungsstufen im Lach Yoga befähigt (hört ja auch keiner zu, außer die Nachbarn).

Interessanter weise werden Frauen, die im Fluss ihre Wäsche waschen, teilweise von Affen beobachtet. Die Affen ahmen das Wäschewaschen im Fluss nach und machen lachende Geräusche. Toll oder?