„Bio“ und – oder „Öko“ bedeutet, Produkte werden natürlich hergestellt. Um diese Definition mit Regeln auszustatten, welche Lebensmittel als natürlich hergestellt gelten dürfen,hat die europäische Gemeinschaft beschlossen, strenge Auflagen und Vorgaben zu schaffen. Die deutsche Bundesregierung hat daraufhin das Bio-Siegel eingeführt. Damit werden Produkte gekennzeichnet, die in ökologischer Landwirtschaft hergestellt werden. Die Begriffe „bio“ oder „öko“ sind gesetzlich geschützt.

Bio-Siegel

Produkte mit einem Bio-Siegel müssen zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Wasser, Salz und Hefe gehören zu den wenigen erlaubten nicht ökologischen Zusatzstoffen. Können Bauern dies belegen, erhalten ihre Waren das Bio-Siegel.

Vorgaben

Statt immer wieder die gleiche Pflanze anzubauen, müssen Bio-Bauern auf ihren Feldern jährlich die Bepflanzung auf einer Ackerfläche wechseln. Jedes Gemüse, jedes Getreide entzieht dem Boden unterschiedliche Nährstoffe. Durch jahrelange Monokultur  werden Böden ausgelaugt. Erfolgt die Bepflanzung im kontinuierlichen Wechsel, kann sich der Boden immer wieder erholen.

Eine weitere wichtige Auflage ist die artgerechte Tierhaltung. Im Gegensatz zur üblichen Massentierhaltung haben Tiere ein vergleichsweise naturnahes Leben. Sie sollen ihr typisches Verhalten beibehalten und sich wohlfühlen. Die Tiere bekommen genügend Auslauf, Hühner picken ihr Körner und Kühe kauen genüsslich frisches Gras.

Allerdings sieht die Realität des Tierdaseins nicht so rosig aus. Sicherlich besser als in den Legebatterien und Mastbetrieben konventioneller Tierhaltung. Aber auch ein Rind oder Schwein vom Biohof wird zum Accordschlachthof transportiert. Wie grausam dort Tierleben beendet werden, können Sie sich ausführlich bei Youtube anschauen. Wenn Sie verantwortungsvoll Fleisch konsumieren wollen, vergewissern Sie sich, dass der Anbieter Ihres Vertrauens auch selber schlachtet.  „Bio“ bei Fleisch  bedeutet auch, das Zusatzfutter nur aus ökologischen Anbau erlaubt ist. Antibiotika und Wachstumsförderer sind verboten!

Bio-Landwirte werden regelmäßig überprüft. Auf jedem Bio-Produkt befindet sich Name oder  Nummer der zuständigen Kontrollbehörde, neben der Zutatenliste.

Verbote

Zum Glück ist die Verwertung genetisch veränderter Erzeugnisse für Bio-Bauern nicht erlaubt. Die langfristigen Folgen und möglichen Schäden von genmanipulierten Saatgut sind nicht ausreichend erforscht. Umso beunruhigender ist die Nachricht, dass Gen-Tech Soja von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, im Juni 2012 grünes Licht erhalten hat. „Round Up Ready“, Saatgut von Monsanto wird nun für den Europäischen Markt zugelassen. Das grundsätzliche Problem bei genveränderten Saatgut ist die Kontaminierung ökologischer Anbaugebiete durch den Samenflug. In Südamerika sind bereits die größten Teile der ökologischen betriebenen Maisfelder durch den Samenflug verunreinigt. Der Wind macht auch vor Landesgrenzen nicht halt. Somit sollte Europa sich vor Gentech-Pflanzenanbau schützen.

Untersagt ist es auch Gewürze und Kräuter radioaktiven Strahlen aussetzen, um die Ernte vor Parasiten zu schützen und länger haltbar zu machen. Biobauern dürfen ihre Pflanzen nur auf natürliche Weise vor Schädlingen schützen.

Auch der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln ist nicht gestattet. Statt dessen legen Bio-Bauern zum Beispiel zwischen den Anbauflächen so genannte Grüngürtel an. Darin sollen sich natürliche Fressfeinde der Schädlinge wohl fühlen. Auf diese Weise halten die Landwirte ihre Felder im natürlichen Gleichgewicht. Auch beim Düngen verzichten sie auf künstliche Erzeugnisse und nutzen lieber Kuhmist oder Stroh.

 

Bio-Siegel (Deutschland) – Gütesiegel für Lebensmittel

Siegel Bio-Siegel (Deutschland)

Mit der Erfüllung der EG-Öko-Verordnung setzt das Bio-Siegel die Mindeststandards für den ökologischen Landbau. Es stellt damit vergleichsweise hohe ökologische Anforderungen an die Erzeugung, Verarbeitung, den Handel und die Kontrolle von Produkten aus ökologischer Landwirtschaft. Ziel des Bio-Siegels ist es, ernährungphysiologisch gesunde Lebensmittel hervorzubringen und die durch landwirtschaftliche Produktion verursachten Umweltbelastungen zu reduzieren; z.B. durch weitgehenden Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger, artgerechte Tierhaltung etc.
Viele Betriebe sind jedoch zusätzlich einem der ökologischen Anbauverbände angeschlossen und wirtschaften nach strengeren Kriterien, z.B. hinsichtlich der Betriebsumstellung, Zahl der Tierbesätze, Futtermittelzukauf, Düngung, etc.).
Das Bio-Siegel soll bekannte Zeichen, wie z.B. die der ökologischen Anbauverbände ergänzen. Als Dachmarke signalisiert es einheitlich und klar erkennbar die ökologische Qualität von zertifizierten Produkten. Unabhängige, regelmäßig stattfindende Kontrollen gewährleisten eine hohe Glaubwürdigkeit des Zeichens. Die auf den Produkten abgebildete Kontrollnummer macht das Kontrollverfahren nachvollziehbar. Die Dokumentation aller im Rahmen des ökologischen Landbaus druchgeführten Maßnahmen sowie eine Beschreibung aller Betriebseinheiten machen den Vergabeprozess transparent.
Das Bio-Siegel verschafft Klarheit und bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern eine gute Orientierung beim Einkauf von Bio-Lebensmitteln.

EU Bio-Siegel – Gütesiegel für Lebensmittel

Siegel EU Bio-Siegel

Das EU-Bio-Logo zeigt zwölf weiße Sterne in Blattform auf grünem Hintergrund. Die Verbraucher sollen aufgrund dieses Siegels in ganz Europa Bioprodukte auf den ersten Blick erkennen können.

Das in Deutschland  bekanntere sechseckige Siegel darf „nur“ zusätzlich auf der Verpackung abgebildet werden. Ökologischen Anbauverbände dürfen ihre vorverpackten Bio-Produkte zusätzlich mit dem EU-Bio-Logo mit ihrem eigenen Verbandszeichen kennzeichnen. Dasselbe gilt für Eigenmarken der Handelsketten, die statt einem Verbandszeichen ein Markenlogo verwenden können.

In der Praxis bedeutet kann einProdukt  bis zu dreimal als  „Bio“ gekennzeichnet sein.

Schwachstellen

Trotzdem bleiben auch mit dem neuen EU-Bio-Blatt einige gravierende Kennzeichnungsprobleme bestehen. So werden Bio-Produkte zum Teil wenig ökologisch erzeugt, weil zum Beispiel der Wasserverbrauch bei den Bio-Standards keine Rolle spielt. Und manche verarbeitete Bioprodukte werden genauso irreführend beworben wie konventionelle Produkte: Mit dem Bio-Siegel verkauft werden etwa Limonaden, bei denen keine Spur Frucht drin ist, sondern der Geschmack mit Aromastoffen aus Papierabfällen und Schimmelpilzen erzeugt wird, oder überzuckerte Frühstücksprodukte für Kinder, bei denen kein Verbraucher erkennen kann, woher die einzelnen Zutaten kommen oder wie viel Zucker tatsächlich drin ist.

 

Die größten Biosiegel  in Deutschland

In diesen Verbänden sind die meisten deutschen Bio-Bauern organisiert. Produkte, die diese Siegel tragen, sind zu 100 Prozent biologisch.

  Bioland e.V. wurde 1971 gegründet. Heute ist Bioland mit über 4500 angeschlossenen Bio-Bauern der größte Anbauverband Deutschlands.

 

 

 

Der Demeter-Bund e.V. ist der älteste Anbauverband Deutschlands. Es gibt ihn schon seit 1924 und er hat 1350 Mitglieder.

 

 

 

Naturland gibt es seit 1982. Der Verband zertifiziert vor allem Fairtrade-Produkte und Bio-Fisch.

 

 

 

„Gäa Vereinigung ökologischer Landbau e.V.“ ist vor allem in den neuen deutschen Bundesländern aktiv. Es gibt den Verband seit 1989 und derzeit hat er rund 580 Mitglieder

Biokreis kommt aus Bayern, ist inzwischen aber auch in anderen Bunsdeländern aktiv. Bauern,Gärtner, Winzer und Imker gehören diesem Verband an.

Biopark wurde 1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet und widmet sich vor allem der ökologischen Fleischerzeugung. Derzeit sind rund 680 Betriebe Mitglieder in diesem Verband

Biosiegel in Supermärkten

Bio-Produkte der Verbände gibt es inzwischen auch in Supermärkten. Die meisten Ketten bieten aber auch Bio-Waren mit eigenem Siegel an. Diese sind mitunter nicht zu 100 Prozent aus biologischer Herstellung, aber zu mindestens 95 Prozent – und entsprechen damit den Vorgaben für das staatliche Bio-Kennzeichen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das frische „Bio-Gemüse“ aus dem Supermarkt geschmacklich nicht so aromareich ist als z.B. Karotten, Salate und Tomaten aus einem guten Biofachgeschäft.

Achten Sie darauf, ob das staatliche Bio-Siegel (rechts) nach EG-Öko-Verordnung auf der Packung steht. Dann können Sie sicher sein, dass das Produkt zu 95 Prozent biologisch ist. Viele angebliche Biopoprodukte sind oft Mogelpackungen, die sich mit Begriffen wie „naturnah“ oder „kontrolliert“ aufwerten, aber den Anforderungen des staatlichen Bio-Siegels qualitativ nicht entsprechen.